„Undefining Heimat“

Der deutsche Künstler und Architekt Sven Borger hat im Rahmen seiner Artist-in-Residency den vielfach überstrapazierten Begriff „Heimat“ in den Blick genommen und sich auf Spurensuche von Krems bis Wien gemacht.

Entstanden ist daraus ein collagenartiger Film: „undefining Heimat“ bedient weder die gängige Vorstellung von Identität noch Herkunftsideologie; er verwehrt sich gegen den statischen Begriff von Heimat.

Ausgehend von abstrakten wie realistischen Aufnahmen zwischen Krems und Wien sowie Otto Meyers Film „Einmal noch die Heimat seh‘n“ (1958), der das gesellschaftliche Narrativ von Heimat in der Nachkriegszeit abbildet, spannt Sven Borger den Bogen zu einem Obdachlosen und gibt dem Begriff damit eine gänzlich andere Bedeutung.

Der Obdachlose Robert hatte sich unter einer Autobahnbrücke an der Wiener Peripherie eine Behausung geschaffen, die aus einer einzigen Wand, einer liebevollen Einrichtung und einem Beet bestand. Diese Form der Raumaneignung stieß bei seinen „Nachbarn“ jedoch auf wenig Gegenliebe. Er wurde kurzerhand delogiert.

Sven Borger: „Schließt man die Augen, so ist ‚Heimat‘ ein zusammengesetzter Zeichenvorrat von Erlerntem wie Erlebten und einem ständigen Wechsel unterworfen.“

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